Spenden für eine bessere Welt – in der FAZ

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Die Zeiten sind nicht einfach: Pandemie, die befürchteten Auswirkungen des Klimawandels sowie eine konstant hohe Zahl an bewaffneten Konflikten in der Welt bestimmen nahezu täglich die Nachrichten in den Medien. Dies alles evoziert Endzeitgefühle, doch gibt es zum Glück immer wieder auch gute Nachrichten. Eine davon dreht sich um das so wichtige Thema „Spenden“. Rund 5,4 Milliarden Euro haben die Deutschen im Jahr 2020 für wohltätige Zwecke gespendet. Damit ist das Spendenniveau nicht nur um etwa 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen: Es ist auch das zweitbeste Ergebnis, das seit 2005 überhaupt erzielt werden konnte.
Die Befürchtung, die Spendenbereitschaft werde aufgrund von Corona einbrechen, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Das Mitgefühl mit anderen Menschen war offenbar ein wichtiger Spendenmotivator.
Auf jeden Fall ist es ein deutliches Zeichen für Empathie und Solidarität in schwieriger Zeit. Genau diese Werte sind es, für die unsere Gesellschaft steht. So nüchtern die Zahlen auch sein mögen, so deutlich zeigen sie doch, dass unsere Gesellschaft eben nicht nur eine auf sich selbst bezogene ist, sondern auch versteht, dass eine große Zahl an Menschen überall auf der Welt auf unsere Hilfe angewiesen ist.
Natürlich wäre es wunderbar, wenn Kriege und Konflikte wie die in Jemen, Syrien oder Mali endlich der Vergangenheit angehörten und wir die kleinen und größeren Menschheitskatastrophen rasch in den Griff bekommen würde. Doch die Realität sieht leider anders aus. Insofern ist und bleibt es wichtig, dass wir auch in Zukunft nicht nur uns und den Erhalt unseres Wohlergehens im Auge haben, sondern auch einen geschärften Blick auf die Bedürfnisse unserer Mitmenschen behalten.
Die Aufgaben sind und bleiben gewaltig. Dies macht allein schon ein Blick auf die vergangenen zwölf Monate deutlich. Überflutungen und Hitzewellen, Stürme und verheerende Waldbrände haben sich in unsere Erinnerung gebrannt. Ebenso die Bilder etwa aus den Konfliktgebieten Afghanistan und Jemen und deren Auswirkungen auf die Menschen, gerade auch auf die Kinder, in diesen Gebieten.
Hier ist Hilfe ein Gebot der Menschlichkeit. Viele fragen sich, ob man denn als einzelner überhaupt etwas ausrichten kann, was sollen die wenigen Euro, die ich als Spende zur Verfügung habe, schon am Zustand der Welt ändern? „Nicht-Spenden nützt gar nichts“, hatte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, dazu einmal gesagt, und damit hat er zweifellos recht. Jeder Beitrag zählt, und was auf den ersten Blick wenig erscheinen mag, kann viel bewirken.
Jede Spende ist also sinnvoll. Genauso sinnvoll ist es aber auch, seinen Beitrag nicht wahllos zu leisten. Hier ist langfristiger Nutzen oftmals effektiver als kurzfristige Hilfe. Und auch wenn es um Spenden geht, zahlt sich Regelmäßigkeit aus, planen Hilfsorganisationen ihre Projekte doch vielfach langfristig – zum Wohl der Menschen und zum Wohl der Umwelt.